Rund 150 bis 200 Menschen nahmen am 9. Juli an einer Kundgebung auf dem Hansaplatz
teil, die sich gegen die zunehmende Verdrängung der Prostitutionsszene aus St. Georg richtete. Mobilisiert hatte dafür ein Bündnis aus verschiedenen (Frauen-) Gruppen, die auf
diese Weise Solidarität mit den SexarbeiterInnen üben wollte. Da es seitens der Polizei mittlerweile üblich geworden ist, schon beim Verdacht auf Prostitution „das Winken ist ein
solches „Indiz“) ein Bußgeld zu erheben, und Bezirksamtsleiter Schreiber die Verdrängung der Straßenprostitution in die Süderstrasse favorisiert, wird verstärkt darüber im Viertel
diskutiert, wohin St. Georg eigentlich „geht“.
Auch der Sprecher des Einwohnervereins solidarisierte sich mit den KundgebungsteilnehmerInnen und erinnerte daran, dass St. Georg spätestens seit 1843, vermehrt natürlich seit Eröffnung des Hauptbahnhofs 1906 eben auch Scene- und
Vergnügungsviertel ist. Im Hauptbahnhofsviertel finden sich traditionell und wahrscheinlich weltweit Menschen ein, die gestrandet sind und anderswo nicht geduldet werden.
Dieses Mit- und Nebeneinander war in den vergangenen zwei Jahrzehnten weitgehend Konsens im Stadtteil und soll auch weiterhin maßgebend bleiben. Dass zugleich die Diskussion immer wieder zu führen ist, dieses Mit- und Nebeneinander für alle in St. Georg Lebenden, Arbeitenden und sich Aufhaltenden vernünftig zu organisieren, ist für den Einwohnerverein immer selbstverständlich gewesen. Verdrängung und Repression kann jedenfalls nicht „die Linie“ sein. Nach der Ferienzeit muss die Debatte fortgesetzt werden.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|




Kommentar hinzufügen