12 Forderungen an die Stadt Hamburg

Stadtentwicklung gibt es nur noch mit, durch und für die Bewohner_innen: Die 1. Stadtteilversammlung SOS St. Pauli hat zwölf glasklare, scharfe Forderungen zum Wohnen und Planen in Hamburg aufgestellt. Heute wurden sie an die Pforte der Finanzbehörde geschlagen, auf dass sie noch lange durch die Gänge dieser Trutzburg hallen.

 Tina Fritsche

Bild: Tina Fritsche

WIR, DIE LEUTE AUS ST. PAULI, VERLANGEN:

1.
Alle Planungen, Vertragsverhandlungen und Genehmigungsverfahren, die mit Abriss, Bau,
Modernisierung, Umwandlung oder Verkauf zu tun haben, müssen auf Eis gelegt werden.
Alles gehört auf den Prüfstand.
2.
Offenlegung aller Planungen, Verkaufs- und Bau-Vorhaben: Jeder Antrag, jede
Entscheidung muss öffentlich gemacht und diskutiert werden.
3.
Wir brauchen einen Runden Tisch für St. Pauli, der sämtliche Verantwortliche und
Betroffene von Stadtentwicklungsprojekten gleichberechtigt einschließt. Entwicklung einer
demokratischen Planungsform!
4a.
Ideen aus dem Stadtteil, statt Bevormundung durch die Stadt: AnwohnerInnen-Initiativen
und AnwohnerInnenbedürfnisse müssen entscheidender Bestandteil der Stadtplanung
werden.
4b.
Keine Privatisierung öffentlicher Räume, Parks, Plätze und Einrichtungen. Entprivatisierung
des Spielbudenplatzes.
5.
Sämtliche Projekte oder Veränderungsmaßnahmen müssen nachweisen, welchen Nutzen sie
für den Stadtteil haben.
6.
Wenn Neubau, dann nur noch öffentlich geförderter oder günstiger Mietwohnraum.
7.
Der Bau von öffentlich gefördertem Wohnraum darf nicht zu Lasten existierenden,
günstigen Wohnraums gehen. Der Bau öffentlich geförderten Wohnraums darf nicht zum
Vorwand für Abrisspolitik werden.
8.
Sozialwohnungen müssen dauerhaft Sozialwohnungen bleiben.
9.
Mietpreisbindung (festgesetzte Höchstwerte) für Wohnen und Gewerbe.
Umwandlung aller befristeten in unbefristete Mietverträge.
10.
Erhalt und Förderung einer kleinteiligen und vielfältigen Gewerbestruktur.
11.
Ankauf aller auf dem Markt angebotenen Wohnungen und Grundstücke durch die Stadt zu
gesetzlich festgelegten Höchstpreisen, um günstige Mieten zu sichern.
12.
Leerstand kriminalisieren (gesetzlich verbieten), Besetzung von Leerstand
entkriminalisieren, Zwangsvermietung bei Leerstand.

Vorgestellt, diskutiert, verändert und beschlossen
von rund dreihundert TeilnehmerInnen der
1. Stadtteilversammlung S.O.S. St. Pauli,
in der Cafeterie der St.Pauli Schule
Bernhard Nocht Strasse
am 22. Oktober 2011

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Bild: Tina Fritsche

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parade-plakat     Der Aufruf zur Parade
     für das Recht auf Stadt auf
     am 18. Dez. 2009 wurde von
     mehr als 120 Gruppen in Hamburg
     unterstützt. Rund 4000 Menschen
     nahmen teil.       
                  
                           

 

workshop-plakat     Der zweitägige Workshop
     im Centro Sociale am
     20. und 21. Juni 2009 wurde
     die Initialzündung für die
     Gründung des Netzwerks
     "Recht auf Stadt".
                     
                          

 

demo-plakat    Das erste Zeichen, das sich
    in Hamburg etwas Neues anbahnt:
    Am 13. Juni 2009 gingen 1500 
    Menschenauf die Straße,
    um zu zeigen:
    "Die Stadt gehört allen."
                   
                      

 

 
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