Initiative ESSO Häuser

Wir sind die Initiative ESSO Häuser, ein Zusammenschluss aus Bewohner_innen, Anwohner_innen und Gewerbetreibenden der ESSO Häuser und des dazugehörigen Gewerberiegels am Spielbudenplatz. 2009 wurden unsere Häuser an den Investor "Bayrische Hausbau" verkauft, der damals noch zu Protokoll gab, die Gebäude würden sich wirtschaftlich für ihn rechnen. Inzwischen ist davon keine Rede mehr. Die Bayern "werben" für den Abriss, die Politik und der Bezirk ziehen großteils mit.

Die ESSO Häuser, dass sind 110 Wohneinheiten, nicht alle günstig, aber für die jetzigen Mieter_innen bezahlbar und wichtig. Viele wohnen seit sehr vielen Jahren hier, teils seit Beginn an. Auch Leute die aus unterschiedlichen Gründen auf dem restlichen Wohnungsmarkt schlechte Karten haben sind hier untergekommen. In den Häusern besteht ein ausgeprägtes und heterogenes soziales Netzwerk, auf das viele der Bewohner_innen angewiesen sind. Ihren Stadtteil wollen die Mieter_innen nicht verlassen. Genau das werden sie aber müssen, wenn die Bayrische Hausbau ihre Abrisspläne durchzieht!

Sie redet von sozialverträglichen Lösungen. Es ist aber nicht sozialverträglich, die Leute aus den Häusern umzusetzen. Ein Großteil der älteren Mieter_innen und derjenigen, die finanzielle und soziale Probleme haben, wird nach einer Umsetzung nicht zurückkehren, weil sie das physisch und psychisch überlastet. Auch alteingesessene Gewerbetreibende, die das vielumworbene Flair von St. Pauli ebenso geprägt haben wie die Alt- St. Paulianer_innen, sollen einem Neubau weichen. Das Molotow, das Planet Pauli und das Auto Hotel fürchten um ihre Existenz und das Gesicht von St. Pauli.

Das Gelände auf dem die ESSO Häuser stehen ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht Gold wert. In St. Pauli Süd explodieren die Mietpreise, neu gebaute Eigentums- und hochpreisige Mietwohnungen gehen weg wie warme Semmeln. Der Druck auf den lokalen Wohnungsmarkt ist enorm. Dass der damit zusammenhängende Verdrängungsdruck auf ärmere Bevölkerungsteile nicht bloßes Gerede ist, bestätigen die vorbereitenden Untersuchungen zur Sozialen Erhaltungsverordnung für St. Pauli, die noch in diesem Jahr eingeführt werden soll. Die bereits im Februar 2010 abgeschlossene Voruntersuchung geht davon aus, dass 30 Prozent der Haushalte auf St. Pauli als einkommensschwach einzustufen sind.

Die Soziale Erhaltungsverordnung soll das soziale Milieu auf St. Pauli schützen, nicht einzelne Mieter_innen. Handelt es sich bei 110 Wohneinheiten um Einzelpersonen und Einzelinteressen? Nein! Wir sind St. Pauli und wir sind kein Objekt! Wir wollen, dass unsere Häuser instand gesetzt werden und wir nicht dafür zahlen müssen, dass dies über Jahre nicht geschehen ist. Wir wollen auch, dass St. Pauli bleibt was es ist, ein Ort mit ausgeprägten sozialen Netzwerken, unterschiedlichsten Menschen, Nischen für jene die den gesellschaftlichen Anforderungen nicht entsprechen können oder wollen, ein Ort mit Geschichte, die sich auch in den lang ansässigen Gewerbestrukturen niederschlägt. Wie aber kann das erhalten bleiben, wenn denen, die St. Pauli über Jahre prägten, der Raum zum Leben genommen wird? „Was weg ist, ist weg“ sagt man in Hamburg und das ist leider wahr.

Ort: Hamburg St. Pauli

Web: www.initiative-esso-haeuser.de

Facebook: Initiative Esso Häuser

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Aktuell bei "Initiative ESSO Häuser"

GEHT DOCH! Manifest für den Erhalt der Esso-Häuser

„Was sind schon Städte, gebaut / ohne die Weisheit des Volkes?“ (Bertolt Brecht, 1953)

Man sollte meinen, der Abrisswahn früherer Tage könnte die Politik eines lehren: Dass der Geschmack dem Zeitgeist unterworfen ist – gerade im Städtebau. Stadtteile wie Hamburg-Ottensen und St. Georg, Frankfurt-Westend, Berlin-Kreuzberg und viele andere hätten ihr Gesicht verloren, hätte man Investoren und Politiker_innen schalten und walten lassen, wie es ihnen passt. Weiter zum Manifest...

Abriss der ESSO-Häuser: weder notwendig, noch entschieden!

Bezirksamtsleiter Markus Schreiber verkündete am Samstag den Abriss der ESSO-Häuser. Damit begibt sich die SPD zu 100% auf die Linie der Investoren „Bayerische Hausbau“. Die Initiative ESSO-Häuser ist verwundert und empört über dieses Vorgehen. Sie fordert einen Runden Tisch noch vor der Sommerpause!

 
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Redaktion